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Heißes Eisen -Warnhinweis - selbstklebende Marken

In diesem Bereich könnt Ihr sämtliche Themen ansprechen, die nicht in einen der speziellen Bereiche hineinpassen!

Moderator: Rüdiger



Beiträge: 290
Hallo in die Runde,

möchte einmal Eure Meinung erfahren. Vor 15 Jahren erschienen die ersten selbstklebenden Sondermarken. Im Katalog wird darauf hingewiesen,
dass diese damaligen Ausgaben durchfetten bzw. es zu Teilverfärbungen kommen kann.

Ich zeige hier ein Beispiel aus der Kiloware. Die Postphilatelie in Frankfurt hat 3 Marken verklebt - 2x naßklebend und 1x selbstklebend.
Mittlerweile fallen die selbstklebenden Marken fast von alleine ab. Einmal scharf angeguckt. :lol:

Ich konstruiere den folgenden Fall: eine dieser frühen Marken z.B. aus dem Jahr 2000 - Expo bzw. Europamarke wurde auf einem
Brief mit Sonderstempel aufgeklebt und landet in einem zur Ausstellung vorbereiteten Exponat eines Jugendlichen.
Die Marke fällt entweder beim Einbau daheim bzw. dann beim Einlegen der Blätter in die Ausstellungsrahmen ab.


3 Marken bund11072015.jpg
So sah das Briefstück vollständig aus, ehe sich die selbstklebende Marke verselbständigt hat.


3 Marken bund abgefallen11072015.jpg
Jetzt ist guter Rat teuer! Die abgefallene Marke noch
in Verbindung zum Briefstück.


Nun die daneben liegende Marke - abgefallen. :shock: :o
Was könnte nunmehr dem/r jungen AusstellerIn geraten werden? :idea:
Über viele anregende Beiträge und Eure eigenen Erfahrungen würde sich freuen ;)

LR/07/576/GL


Beiträge: 2541
Hallo LR/07/576/GL,

für die selbstklebende EXPO-Marke kann ich deine Beobachtung bestätigen. Sämtliche in meinem Briefe-Bestand befindlichen Belege sind davon betroffen. Hier nur drei Beispiele für Daten aus 2000 und 2001. Die Marken sind nur noch an der ehemaligen Position, weil die Belege in Hüllen untergebracht sind.

Deine Frage/n bezüglich Ausstellungssituation ist/sind demnach sehr relevant.
EXPO Datum 15.4.2000.jpg
EXPO Datum 16.1.2001.jpg
EXPO Datum 26.4.2000.jpg


Ob auch die Selbstklebende der Ausgabe Europa2000 davon betroffen ist, muß ich zwar erst noch abklären, aber ich gehe schon mal davon aus.

Liebe Grüße
Matthias


Beiträge: 22036
Wohnort: Trier
Hallo LR/07/576/GL,

bei der Marke ist das Problem des "Abfallens" bekannt.

Was kann der Aussteller mit dem Beleg bzw Briefausschnitt machen? Er kann im philatelistischen Text auf das Problem hinweisen. Da gibt es zwei Möglichkeiten:

Er befestigt die Marke z.B. mit Falz an der ursprünglichen Stelle und beschreibt und begründet dies im Text

oder

Er zeigt den Beleg / das Briefstück ohne die abgefallene Marke und die abgefallenen Marke separat und beschreibt dies ebenfalls mit einem Text.

Dass die Marke ursprünglich an dieser Stelle klebte ist ja durch den Stempelabschlag sicher gestellt.

Viele Grüße

Heinz


Beiträge: 7635
Hallo LR/07/576/GL,

ich bin kein Juror und kann hier daher nur meine ganz persönliche Meinung zu diesem interessanten "leidigen" Thema mitteilen.

Deine Fragestellung geschreibt ein generelles Problem, das einem Sammler fast mit jedem Postwertzeichen einmal passieren kann.

Hat man einen Beleg mit aufgeklebter Marke und diese fällt ab, dann hat man eine Einzelmarke sowie die in diesem Moment eigentlich wertlos gewordene Unterlage, auf der diese Marke geklebt hat und womit sie postalisch befördert wurde. Bei einer Marke, die nicht dafür bekannt ist, von Belegen abzufallen, werden die meisten Sammler diese Marke geschickt wieder auf dem Beleg fixieren und fertig!

Man kann bei dem von Dir gezeigten Beispiel die abgefallene Einzelmarke in seinem Exponat sicherlich auch für sich allein zeigen und spart sich damit sogar den Platz für das Briefstück!

Bearbeitet man in seinem Exponat jedoch z.B. im Thema "Posteigenwerbung", dass die Postphilatelie ihre Sendungen mit hübschen Mischfrankaturen wie der gezeigten versieht, um die Sammler anzusprechen, dann hilft für diese Aussage selbstverständlich nur das gezeigte Briefstück (bzw. eigentlich wäre dann sogar der komplette Beleg vonnöten!).

In dem gezeigten Beispiel könnte man sich als Aussteller bei der Beschreibung eine Brücke bauen, indem man z.B. schreibt, dass leider selbst die Postphilatelie nicht vorhergesehen hat, dass die selbstklebenden Marken nicht für immer von alleine auf damit frankierten Belegen haften würden, denn sonst hätte die Postphilatelie sicherlich auch bei diesem Postwertzeichen die "sichere" Variante der naßklebenden Marke eingesetzt.

Vielleicht war es aber selbst diesem Absender egal, ob und wie lange die Frankatur es auf der Unterlage "aushält", weil die Werbewirksamkeit der von der Postphilatelie gewählten Maßnahme der Mischfrankatur sich sofort nach Erhalt der Sendung durch eine Aktion des Empfängers zeigte.

Kommen wir nun zu den konstruierten Fällen der mit selbstklebenden Marken frankierten Belege mit für das Exponat wichtigem Sonderstempel.

Sofern eine Marke "abfällt" am besten die Marke, wie von Matthias gezeigt, mechanisch so fixieren, dass sie wieder an der originalen Stelle "hält".

Man kann auch die Marke mit einem Falz mechanisch auf dem Beleg fixieren, sollte dann aber beschreiben, dass der Beleg so "repariert" wurde, um ihn in der Originalansicht für die Nachwelt zu erhalten. Denn hat man irgendwann die einzige nach auf Beleg haftende Marke, dann könnte die Jury sich den Beleg im Exponat einmal genauer ansehen und die Reparatur bemerken!

Möglich ist auch, die abgefallene Marke neben dem Beleg zu platzieren und darauf hinzuweisen, dass bei dieser Markenausgabe leider früher oder später jedem Beleg das gleiche Schicksal widerfahren dürfte.

Ich bin gespannt, was unsere Juroren zu diesem Thema zu sagen haben werden.

Liebe Grüße
Rüdiger


Beiträge: 2541
Hallo,

Im MICHEL Briefe-Katalog Deutschland 2012/2013 konnte ich keinen Hinweis dazu finden, dass das Problem des Abfallens bekannt sei. Weder bei der dort erfassten MiNr. 2112 noch bei der MiNr. 2114.

Liebe Grüße
Matthias


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