Foren-Übersicht Fragen und Diskussion allgemein Was man so alles auf dem Bogenrand findet:

Was man so alles auf dem Bogenrand findet:

In diesem Bereich könnt Ihr sämtliche Themen ansprechen, die nicht in einen der speziellen Bereiche hineinpassen!

Moderator: Rüdiger



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In Anlehnung an das Fachbuch von Günter Schwarz „Auch der Bogenrand ist interessant“ sollen hier in einer Übersicht von mir die Bogenrandbesonderheiten in der Hauptsache von Bund und Berlin gezeigt werden. Im Anschluss daran möchte ich die Sammler weiterer Gebiete bitten, die Bogenrandbesonderheiten daraus zu zeigen. Jeder Begriff soll aber nur einmal als Beispiel gezeigt werden. Die jeweiligen weiteren hier nicht gezeigten Marken mit solchen Besonderheiten können zu den entsprechenden Michel-Nummern in den jeweiligen Unterforen eingestellt werden. Und falls ich hier etwas vergessen habe, bitte gerne selber ergänzen oder kurze Nachricht, dann hole ich es nach.

Das hier gezeigte betrifft die Bogenränder bis September 1994. Ab Oktober 1994 hat die Post nur noch 10-er-Bogen verausgabt, bei denen die Ränder fast immer zur Markenausgabe mitgestaltet worden sind. Die ganzen Besonderheiten entfallen somit bei den normalen 10-er-Bogen. Lediglich die Neuausgaben der Sehenswürdigkeiten haben noch die Reihenwertzähler. Sonstige Druckerei-Zeichen oder Hilfszudrucke sind nur noch bei (extrem) verschnittenen Bogen sichtbar, die bei den Kontrollen übersehen wurden oder auf sonstige Wege in Sammlerhand geraten sind.


Kleiner Zusatz: Nicht alle Randbesonderheiten sind auf der Gesamtauflage der jeweiligen Ausgabe vorhanden. Viele sind beim Bogenschnitt in der Druckerei verloren gegangen, da sie zu weit aussen angebracht waren. Manche Randbesonderheiten kann man nur dank Fehler bei der Bogenschneidung erhalten und dokumentieren.


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Anlagezeichen



Als Anlagezeichen bezeichnet man kleine Farbmarkierungen am Bogenrand zur Kontrolle nach dem Druck. Meist sind es kleine Balken oder Striche. Dieses Anlagezeichen zeigt dem Drucker auch an, ob der Bogen vom Bild her gerade gedruckt wurde. Bei der Marke Tag der Briefmarke 1976 (Mi.Nr. 903) ist der braune Strich im Randstück gemeint, der schwarze an der Perforierung wird unter dem Begriff „Passerstrich“ behandelt

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Anlagezeichen 1.jpg
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Nadelpunkt



Der Nadelpunkt ist ein farbiger Punkt am Rand vom Briefmarkenbogen, der dazu dient, das genaue Einpassen (Fixierung) der Druckbogen beim Schneiden oder Perforieren zu erleichtern. Hier wird eine Nadel auf das Papier zum festhalten gesetzt.

Nadelpunkt.jpg


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Bogennummer



Es gibt nur eine Ausgabe der Deutschen Bundespost, die links unten im Bogenrand die Bogennummer aufweist. Es ist die Nummer 116. Der Bogennummer ist ein Buchstabe (A oder B) vorangestellt. Der Druckbogen hier hatte 2 Schalterbogen, der „A-Bogen“ ist der linke und „B“ der rechte Schalterbogen, beide haben dann die identische Nummer. Mir liegt leider keine solche Marke vor und daher bediene ich mich zum zeigen einer Ausgabe des Saarlandes mit einer Bogennummer.

Bogennummer.jpg


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Druckdatum



Es gibt nur eine Ausgabe der Deutschen Bundespost, die rechts unten im Bogenrand das Druckdatum aufweist. Es ist die Nummer 116. Das Druckdatum ist der Tag, an dem der Bogen gedruckt wurde. Auch diese liegt mr leider nicht vor, so dass hier erneut eine Ausgabe vom Saarland als Beispiel herhalten darf.

druckdatum.jpg


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Bogenzähler



Der Bogenzähler ist eine aufsteigende Nummerierung des Schalterbogens. Die Bogenzähler kommen je nach Ausgabe an allen Seiten des Schalterbogens vor und auch Ihre Lage in der Randhöhe ist unterschiedlich. Anfangs gab es 4-stellige, später 5-stellige Bogenzähler und im Laufe der Zeit sogar 6-stellig und auch mit vorangestellten Grossbuchstaben. Die Bogenzähler sind in der Regel in schwarzer Farbe, bei den Heuss Lumogen und einer Teilauflage Bed. Deutsche 40 Pf (Mi.Nr. 355 y) in roter Farbe. Die Serie Sehenswürdigkeiten hat am linken Bogenrand sogar 2 Bogenzähler in verschiedenen zueinander stehenden Positionen. Der Bogenzähler ist also die laufende Nummer der gedruckten Bogen

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Druckerzeichen



Druckerzeichen sind Zudrucke (immer in voller Markenfarbe!!!) am Bogenrand, die den zuständigen Drucker bezeichnen. Sie sind am rechten oder linken Bogenrand in Bereich der oberen zwei Reihen zu finden, bei Posthorn auch in den unteren Ecken. Es gibt sie als Zahlen oder Buchstabenkürzel. Die Buchstabenkürzel stehen im unteren Bogenbereich, am Unter- oder Seitenrand.

Warnhinweis: Da Abklatsche gerne als „schwach gedruckte“ Druckerzeichen angeboten werden, sollte man schon die Augen offen halten. Druckerzeichen sind, wie oben bereits erwähnt, immer klar und deutlich in Markenfarbe gedruckt! Die Zahlen gibt es in den Druckformen „negativ“ und „positiv“, die Buchstaben nur positiv, wie hier anliegend im Bild (Mi.Nr. 226) gezeigt. Bei den Heuss-Lumogen und Erstausgaben der Bedeutenden Deutschen gibt es Buchstaben- und Zahlenkombinationen (L und Zahl, F und Zahl), Belegstücke hiervon sind z. B. unter der Serie Heuss I im Forumsteil Bundesrepublik von unserem Forumsfreund Rainer schon gezeigt worden.

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DZ pos.jpg
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HAN oder Hausauftragsnummer



Die Hausauftragsnummer ist ein Kontrollvermerk der Druckerei, die den Auftrag hatte, diese Briefmarken zu drucken. An ihr erkennt man die Auftragsnummer der Post, das Jahr der Herstellung und manchmal auch anschliessend eine Formnummer. Hauptsächlich wurde die Hausauftragsnummer bei den „kleineren“ Dauerserienwerten im Plattendruck (bei Bund Posthorn und Heuss I mit Mi.Nr. 226 sowie in Markenheftchenbogen bis Bed. Deutsche) und nur vereinzelt bei Sondermarken am unteren Bogenrand aufgedruckt. Bei den Dauerserien gibt es durch die hohen Auflagen viele verschiedene HAN, bei den Sondermarken nur eine oder zwei.

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HAN SM.jpg


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Druckvermerk



Als Druckvermerk bezeichnet man hauptsächlich die Angaben der herstellenden Druckerei (z. B. Wertpapierdruckerei Leipzig) und der Lizenznummer auf dem Bogenrand. Diese findet man meist auf den Randstücken der Marken nach der Wiedervereinigung, welche in den neuen Bundesländern gedruckt wurden.

Druckvermerk.jpg


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Farbkontrollstreifen



Der Farbkontrollstreifen hat eine Kontrollfunktion, er soll dem Drucker anzeigen, ob die Farbe über die gesamte benötigte Breite auch auf dem Druckbogen angekommen ist. Auffällig ist die Form des Farbkontrollstreifen, eine einigermassen waagerechte Linie mit Zickzack-Muster darüber. Auf dem Oberrandstück dieser postfrischen Marke kann man durch den verrutschten Bogenschnitt besonders viel vom Farbkontrollstreifen erkennen.

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