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Brustschildmarken sammeln ohne dickes Portemonnaie

Moderator: Rüdiger



Beiträge: 7635
Sehr gut in diese Sammlung passt meiner Meinung nach diese EF der MiNr. 31, aufgegeben am 05.01.1875 als Drucksache in DRESDEN, adressiert nach Meißen:

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Warum passt dieser Beleg so gut in diese Sammlung?

Mit dem 01.01.1875 begann wie bekannt im Deutschen Reich philatelistisch gesehen die Zeit der Markwährung. Einige "gängige" Wertstufen der Brustschilde waren auch im Jahre 1875 weiterhin gültig. Seit dem 01.01.1875 nicht mehr gültig war hingegen die Wertstufe zu 1/4 Groschen, die 3 Pfennig entsprochen hätte.

Also konnte der Postkunde nur wählen, als niedrigste im Jahre 1875 weiterhin gültige Wertstufe der Brustschilde 1/2 Groschen = 6 Pfennig zu verkleben oder aber die Wertstufe zu 3 Pfennig der am 01.01.1875 erschienenen Freimarkenausgabe "Ziffer im Oval" zu verwenden, wofür man sich bei diesem Beispiel entschied.

So entstand ein extrem früher Beleg dieser neuen Portostufe "Drucksache 3 Pfennig".

Dieses Exemplar kostete bei ebay beschrieben als "Deutsches Reich - Beleg aus Dresden 1875" per Sofortkauf 8 € inklusive Porto:

https://www.ebay.de/itm/Deutsches-Reich ... 2749.l2649

Liebe Grüße
Rüdiger


Beiträge: 7635
Machen wir gleich weiter mit noch einem Beispiel der während der Gültigkeit der Brustschildmarken im Jahre 1875 ebenfalls gültigen Freimarkenserie "Ziffer im Oval".

Hier eine Ganzsache MiNr. P 5 II (II = ohne Punktlücke in 4. Punktzeile), die mit einer MiNr. 32 als bildgleicher Zusatzfrankatur versehen wurde, um das Auslandsporto in die Schweiz in Höhe von 10 Pfennig abzudecken:

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Die Entwertung erfolgte am 24.11.1875 per nachverwendetem dreizeiligem NDP-Rechteckstempel "BUCHHOLZ I/SACHSEN", Feuser NDP 151. Bei diesem Stempelabschlag fehlt die Monatsangabe "11"!

Am 26.11.1875 kam der Beleg in "WOHLEN" in der Schweiz an, was ein vorderseitig abgeschlagener Tagesstempel dokumentiert.

Dieses Exemplar kostete bei ebay 6 € inklusive Porto:

https://www.ebay.de/itm/Deutsches-Reich ... 2749.l2649

Liebe Grüße
Rüdiger


Beiträge: 7635
Jetzt wird es aber wieder mal höchste Zeit, hier eine "richtige" Brustschildmarke zu zeigen!

Hier eine MiNr. 14 auf Briefstück, entwertet per Kreisstempel BOCHUM am 30.08.1872:

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Dieses Exemplar kostete 30,50 € inklusive Porto und liegt somit bei fast 50 % vom Katalogpreis, denn MICHEL bewertet eine gestempelte MiNr. 14 mit einem Katalogpreis von 65 MICHEL-€:

https://www.ebay.de/itm/DR-MiNr-14-Brus ... 2749.l2649

Liebe Grüße
Rüdiger


Beiträge: 7635
Auch diesen Beleg aus der Zeit der Gültigkeit der Brustschildmarken finde ich echt cool:

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Es handelt sich um eine portofreie Dienstsache = "P.D.S.", gelaufen am 13.07.1872 im Ortsverkehr von VERDEN. Absender war das "GEMEINDE AMT VERDEN", adressiert wurde "An Hohes Königliches Amt Verden".

Bei dem rückseitig gleich zweimal abgeschlagenen Zweikreisstempel handelt es sich um einen nachverwendeten Hannover-Stempel, Feuser HV 295.

Dieses Exemplar kostete bei ebay 4,99 € inklusive Porto:

https://www.ebay.de/itm/159518-DR-Diens ... 2749.l2649" target="_blank

Sein wahres Gesicht offenbart dieser Faltbrief jedoch erst dann, wenn man ihn auseinanderfaltet, denn dann kommen Dreiviertel eines Briefbogens mit Eindruck "Freie Hansestadt Bremen Die Polizei-Direction" zum Vorschein, am 25.06.1872 handschriftlich ergänzt:

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Auf dem fehlenden Viertel dieses Briefbogens muß die Adresse aus Bremen an das Gemeinde Amt in Verden gestanden haben!

Liebe Grüße
Rüdiger


Beiträge: 7635
Diese Ganzsache MiNr. P 1 wurde am 18.01.1875, also zur Zeit der Markwährung, entwertet per nachverwendetem preussischem zweizeiligem Rechteckstempel "ANCLAM BAHNH.", Feuser Pr 084:

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Diese Ganzsache zeigt zwei nicht im Rundbrief Nr. 151 aufgeführte Druckbesonderheiten:

1. Fleck in Markenfarbe vor dem "Auf"

2. Die Ornamente im oberen Rahmen rechts von der Mittelrosette sind gespalten

Dieses Exemplar kostete bei ebay 2,50 € inklusive Porto:

https://www.ebay.de/itm/Karte-Anclam-Ba ... 2749.l2649

Liebe Grüße
Rüdiger


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Hier ein Posteinlieferungsschein mit Eindruck "Potsdam 1", dem Jahrzehnt "190" sowie dem Druckvermerk "C. 62. Potsdam 1", verwendet am "29 MAI 1905" bei der Einlieferung einer Postanweisung über "Einundneunzig Mark 69 Pf":

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Dieses Exemplar kostete bei ebay 2,70 € inklusive Porto:

https://www.ebay.de/itm/EbB-1905-POTSDA ... 2749.l2649

Liebe Grüße
Rüdiger


Beiträge: 7635
Hier ein Posteinlieferungsschein mit Eindruck "Potsdam 1", dem Jahrzehnt "190" sowie dem Druckvermerk "C. 62. IIa Potsdam 1", verwendet am "4 Juli (190)5" bei der Einlieferung einer Postanweisung über "Einundneunzig Mark 67 Pf":

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Dieses Exemplar gab es als Beifang zusammen mit dem zuvor gezeigten Posteinlieferungsschein!

Liebe Grüße
Rüdiger


Beiträge: 7635
Hier eine am 01.01.1872 erschienene Ganzsache MiNr. U1 I A, entwertet am 16.02.1872 per nachverwendetem preussischem Zweikreisstempel WIRSCHKOWITZ, Feuser Pr 3560:

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Die Adresse "Webermeister Carl Häring Bärndorf p. Erdmannsdorf Riesengebirge" wurde postseitig per Blaustift ergänzt um den Leitvermerk "Fischbach".

Rückseitig nachverwendeter preussischer dreizeiliger Rechteckstempel "FISCHBACH REG. BEZ. LIEGNITZ", Feuser Pr 978, vom 18.02.1872:

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Dieses leider sehr schlecht erhaltene, aber immerhin bei ebay entsprechend beschriebene Exemplar kostete 3 € inklusive Porto:

https://www.ebay.de/itm/DR-Ganzsache-Um ... 2749.l2649

Liebe Grüße
Rüdiger


Beiträge: 7635
Hier eine Einzelfrankatur der Freimarke "Sitzende Helvetia", Schweiz MiNr. 22, auf Ortsbrief in Genf:

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Die Marke zeigt unten einen deutlichen Druckspieß in Markenfarbe.

Die Entwertung erfolgte laut den zwei vorderseitigen Tagesstempelabschlägen am 31.12.1871 und wäre somit für unser Sammelgebiet des Zeitraums der Gültigkeit der Brustschildmarken um einen Tag zu früh.

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Der rückseitig als Ankunftstempel abgeschlagene Tagesstempel wurde jedoch auf den 31.12.1872 eingestellt und somit "passt" dieser Beleg als Kuriosum in diese Sammlung. Stempelfehleinstellungen kamen in der peniblen Schweiz nur extrem selten einmal vor und daher freue ich mich, diesen Beleg entdeckt zu haben.

Dieses Exemplar kostete bei ebay 13,60 € inklusive Porto:

https://www.ebay.de/itm/Schweiz-Sitzend ... 2749.l2649

Liebe Grüße
Rüdiger


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Hier folgt ein Brief aus Frankreich nach Deutschland mit einer Einzelfrankatur der MiNr. 35, adressiert nach "Renchen Duché de Baden", aufgegeben am 26.10.1875 in Nancy, wo das Postwertzeichen mit einem besonderen Stempel, Typ: PNS (Punktnummernstempel), Form: Punktrostrautenstempel mit großer Nummer "2598" = Nancy, entwertet wurde:

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Rückseitig wurde ein Kreisstempel RENCHEN vom 27.10.1875 als Ankunftsstempel abgeschlagen:

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Dieses Exemplar kostete 10,85 € inklusive Porto:

https://www.ebay.de/itm/Frankreich-Nr-3 ... 2749.l2649

Liebe Grüße
Rüdiger

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