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Post- und Absenderfreistempel

Moderator: Rüdiger


Beitrag Fr 15. Aug 2014, 23:40

Beiträge: 2541
Für die Freunde der Post- und Absenderfreistempel gibt es einen bundeszentralen Anlaufpunkt: die Forschungsgemeinschaft Post- und Absenderfreistempel e.V.

Soweit es die Stempelproblematiken betrifft.

Betrifft es jedoch die regional- und heimatgeschichtlichen Forschungsbelange, so sind die Heimat-Sammlerfreunde eher auf die archivischen Quellen angewiesen.

Hier dürfen gern Post- und Absenderfreistempelbelege gezeigt und mitgeteilt werden, was sowohl aus den Absendern als auch den Empfängern geworden ist.

Das Sammelgebiet "DDR" ist ein interessantes postgeschichtlich-historisches Terrain.


Beiträge: 2541
Natürlich könnte man mit A wie Anklam beginnen, aber B wie Berlin, der bundesdeutschen Hauptstadt der Gegenwart, macht es sicher auch. ;)

Absender dieses Umschlages war die "Sparkasse der Stadt Berlin". Dem Ostteil der Stadt Berlin wohlbemerkt. Der Absender hatte sich 1990 institutionell überlebt und vereinigte sich, in Vorbereitung auf die Währungsunion 1990, mit der "West"sparkasse Berlins.
afs-berlin-1986.jpg



Eine "Staatsbank der DDR" wurde auch in Dessau "abgewickelt" und ist längst in die Geschichtsbücher verbannt.

Bleibt für die postgeschichtliche Stempel-Diskussion tatsächlich nur der Postfreistempel. ;)

Liebe Grüße
Matthias

Gern reiche ich noch ein Foto (Quelle: Wikipedia Commons) des Hauptfirmensitzes in Berlin Mitte (Alexanderplatz) nach. Über das Jahr der Aufnahme kann ich leider nichts mitteilen.
1024px-Berlin-Sparkasse1-Bubo.JPG


Beiträge: 2541
Heute bedienen wir das K wie Königsee.
afs-königsee-1986.jpg


Der Absender war 1986 ein "VEB Werkzeugfabrik Königsee" in 6824 Königsee, Werkstraße 5. Das "VEB" (Volkseigener Betrieb) hatte sich nach der Wende irgendwann abgeschafft. Die Postleitzahlen änderten sich später. Aber was wurde aus dieser Werkzeugfabrik 2014? Macht sie überhaupt noch was?

Vielleicht wurde es diese GmbH: "Werkö GmbH – ein führender Anbieter von Präzisions-Zerspanungswerkzeugen für die Metallbearbeitung". (kopiert aus http://www.werkoe.de/de/unternehmen) Welchen Stempeltyp verwendet "WERKÖ" im Jahr 2014?

Und was macht der Empfänger, das Traktoren- und Dieselmotorenwerk in Schönebeck? Hatte dieses Werk einen eigenen Werksstempel?

Die Frankatur von 20 Pfennig ( 1 DDR-Mark = 100 DDR-Pfennige) war korrekt für einen einfachen Standardbrief.

Liebe Grüße
Matthias


Beiträge: 2541
Mit dem heutigen Stempelabschlag werden sicher die Motivsammler unter den Stempelfreunden ihre besondere Freude haben.
afs-mz-gornau-1986.jpg


Ein oft hinzunehmender Nachteil von Fensterbriefumschlägen ist die Tatsache, dass man nur den Absender aus dem Stempelinhalt ermitteln kann. Wenn das überhaupt möglich ist.

Hier haben wir einige Informationen, die uns zum "MZ Ersatzteilvertrieb" nach Gornau führen. Das Kürzel "MZ" weist nach Zschopau.

Aus dem Absender könnte dieser Adressat geworden sein?:
MZZ Multi-Zentrum Zschopau/Altes MZ-Werk
Neue Marienberger Str. 189
09405 Gornau
(Quelle: http://stadtleben.de/gornau/branchen/lo ... s-mz-werk/)

Vielleicht klärt ein freundlicher Leser uns später auf?
Und zum Zweiradtyp kann ich leider nichts mitteilen.
afs-mz-gornau-1986-2.jpg


Liebe Grüße
Matthias


Beiträge: 2541
Der nächste Stempelabschlag führt uns natürlich nach Zschopau.
afs-mz-zschopau-1986-1.jpg


Zschopau, so verrät uns der Stempelinhalt ist oder war "MZ-Stadt". MZ kann man mit "Motorradbau in Zschopau" auflösen. Möglich, dass es nur eine von mehreren Auflösungsmöglichkeiten ist.

Nach den Wendemanövern der noch jungen deutschen Vergangenheit hatte der Absender einiges auszuhalten und ist wohl zurzeit nicht mehr am Markt zu finden. Vieles und mehr kann man nachlesen in: http://de.wikipedia.org/wiki/Motorradbau_in_Zschopau

Wie so oft, wenn sich eine bekannte Marke selbst vom aktuellen Markt nimmt, kommen die Formaljuristen aus ihren Hochburgen und streiten um die so genannten Markenrechte. Wohl auch in diesem Fall.

Empfänger war 1986 der "VEB BLEWA Schleiz" in Schleiz. Mal sehen, vielleicht bieten wir in diesem Thread auch zu diesem VEB mal was an?

Und wer verrät uns den Namen dieses Zweiradtyps?
afs-mz-zschopau-1986-2.jpg


Liebe Grüße
Matthias


Beiträge: 2541
Und weil ich auch zum dritten Zweiradtyp nichts mitteilen kann, füge ich diesen Fensterumschlag mit diesem Zschopauer Stempelabschlag aus dem Jahr 1987 gleich mit an.
afs-mz-zschopau-1987-1.jpg
afs-mz-zschopau-1987-2.jpg


Liebe Grüße
Matthias


Beiträge: 2541
Die vorliegende Wirtschaftsdrucksache wurde korrekt mit 15 Pfennig freigemacht. Der Fenster-Umschlag ist unverschlossen und die Gummierung unversehrt.

Als Absender offenbart uns der Stempelabschlag den "VEB Edelstahlwerk 8. Mai 1945 in Freital".
afs-freital-1987.jpg


Dabei war die Geschichte dieses VEB nach dem 8. Mai 1945 gar nicht so gut gestartet, da die Sowjetische Besatzungsmacht den bestehenden Betrieb vollständig demontierte. Nachlesbar in http://de.wikipedia.org/wiki/BGH_Edelstahl_Freital" target="_blank" target="_blank. Und vieles andere mehr. Auch zur spannenden Zeit nach der Wende: "Nach der Wende wurde aus dem Volkseigenen Betrieb 1990 die „Sächsische Edelstahlwerke GmbH Freital“ (SEW). Zuerst war eine Privatisierung des Unternehmens durch die Thyssen AG angedacht.[1] Als diese scheiterte, war 1992 seitens der Treuhandanstalt die Abwicklung des Edelstahlwerkes vorgesehen. Diese konnte jedoch durch Protestaktionen der Stahlwerker verhindert werden.[7] Trotzdem wurden viele Mitarbeiter entlassen und der Betrieb deutlich verkleinert. Arbeiteten 1992 noch 2.600 Menschen im Edelstahlwerk, waren es 1997 nur noch 640.[4]."

Heute kennt man diesen ehemaligen AFS-VEB als "BGH Edelstahl Freital", wobei BGH wohl für Boschgotthardshütte steht.

Das als Stempelinhalt integrierte Logo des Jahres 1987 kann man sicher als Kürzel für "Edelstahlwerk" auflösen.
afs-freital-1987-1.jpg


Liebe Grüße
Matthias


Beiträge: 2541
Auch der Absender dieser zwei Magdeburger Firmenbriefe hat die Wendezeit gut überstanden: die Stadtsparkasse Magdeburg.
afs-magdeburg-1986-1.jpg
afs-magdeburg-1986-2.jpg


Hier die aktuelle BIC: NOLADE21MDG. (Quelle: http://bankleitzahlen.onlinestreet.de/bank/45335)

Die Empfänger wird es in dieser Form, vor allem als Reichsbahnsparkasse nicht mehr geben. Die Staatsbank der DDR mit ihren Kreisfilialen wurde ja bekanntlich "abgewickelt".

Liebe Grüße
Matthias


Beiträge: 7938
MatthiasH hat geschrieben:
Mit dem heutigen Stempelabschlag werden sicher die Motivsammler unter den Stempelfreunden ihre besondere Freude haben.

Ein oft hinzunehmender Nachteil von Fensterbriefumschlägen ist die Tatsache, dass man nur den Absender aus dem Stempelinhalt ermitteln kann. Wenn das überhaupt möglich ist.

Hier haben wir einige Informationen, die uns zum "MZ Ersatzteilvertrieb" nach Gornau führen. Das Kürzel "MZ" weist nach Zschopau.

Aus dem Absender könnte dieser Adressat geworden sein?:
MZZ Multi-Zentrum Zschopau/Altes MZ-Werk
Neue Marienberger Str. 189
09405 Gornau
(Quelle: http://stadtleben.de/gornau/branchen/lo ... s-mz-werk/)

Vielleicht klärt ein freundlicher Leser uns später auf?
Und zum Zweiradtyp kann ich leider nichts mitteilen.
Der Dateianhang afs-mz-gornau-1986-2.jpg existiert nicht mehr.


Liebe Grüße
Matthias


Hierbei handelt es sich um eine Maschine des Typs MZ TS 250:

afs-mz-gornau-1986-2.jpg
mz-ts-250.jpg
Bauzeit: 1973-1976
Hubraum: 243 cm3
Leistung: 14 kW (19 PS)
Masse: 131 kg
Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h


Beiträge: 7938
MatthiasH hat geschrieben:
Der nächste Stempelabschlag führt uns natürlich nach Zschopau.

Zschopau, so verrät uns der Stempelinhalt ist oder war "MZ-Stadt". MZ kann man mit "Motorradbau in Zschopau" auflösen. Möglich, dass es nur eine von mehreren Auflösungsmöglichkeiten ist.

Nach den Wendemanövern der noch jungen deutschen Vergangenheit hatte der Absender einiges auszuhalten und ist wohl zurzeit nicht mehr am Markt zu finden. Vieles und mehr kann man nachlesen in: http://de.wikipedia.org/wiki/Motorradbau_in_Zschopau

Wie so oft, wenn sich eine bekannte Marke selbst vom aktuellen Markt nimmt, kommen die Formaljuristen aus ihren Hochburgen und streiten um die so genannten Markenrechte. Wohl auch in diesem Fall.

Empfänger war 1986 der "VEB BLEWA Schleiz" in Schleiz. Mal sehen, vielleicht bieten wir in diesem Thread auch zu diesem VEB mal was an?

Und wer verrät uns den Namen dieses Zweiradtyps?
Liebe Grüße
Matthias


Hierbei handelt es sich um eine Maschine des Typs MZ ETZ 250:

afs-mz-zschopau-1986-2.jpg
etz250.3.jpg
Bauzeit: 1982-1988
Hubraum: 243 cm3
Leistung: 15,5 kW (21 PS)
Masse: 137,5 kg (mit Scheibenbremse)
Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h

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