Foren-Übersicht Basiswissen über Briefmarken Augen auf bei Tausch und Kauf!!!

Augen auf bei Tausch und Kauf!!!

Hier sollen grundlegende Informationen zu philatelistischen Fachbegriffen sowie interessante Aspekte der Philatelie dargestellt werden.

Moderator: Rüdiger


Beitrag Do 28. Jun 2018, 22:14

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Hallo Heinz,

das haben wir im Februar bei unserem Sonderstempel in Stockelsdorf sogar "live" miterleben können, als der Mitarbeiter vom Erlebnis-Team Briefmarke den Kunden sagte, die mit Sonderstempel entwerteten Blanko-Belege können bis zu einem Monat NACH Abstemplung noch am Schalter adressiert auf den Postweg gegeben werden. Das scheint eine schon länger bestehende Regelung zu sein, die uns bis dahin auch nicht bewusst war. Somit ist es auch möglich, die von Dir gezeigte Auffrankierung für den Versand ins Ausland zu produzieren. Übrigens gilt das auch für von der Post verkaufte fertig bzw. vorab gestempelte Ganzsachen.

Beste Grüsse

Bernd

Beitrag Mo 2. Jul 2018, 21:46

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Hallo zusammen,

das Folgende gehört wieder in zwei Kategorien: Einmal in „Augen auf bei Tausch und Kauf“ und zum zweiten in die Thematik DDR.

Zuerst einmal die Bilder der Belege, um die es gehen soll:

171a.jpg
170a.jpg
170b.jpg

Beitrag Mo 2. Jul 2018, 21:46

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Was fällt uns daran auf? Richtig, das alles sind Einschreibbriefe, die mit einem Einschreibzettel versehen wurden. Als Frankatur dient die Marke Mi.Nr. 3346 zweimal als 5-er- bzw. einmal als 4-er-Streifen. Merkwürdig ist nun, dass keine Anschrift auf den Briefen steht. Es sind auch keine Spuren im Adressfeld von einem eventuellen Aufkleber oder Bleistift sichtbar. Die beiden Belege mit den 5-er-Streifen wurden am 6.8.90 in (Ost-)Berlin-53 gestempelt, der 4-er-Streifen am 2.10.90 in (Ost-)Berlin 57.


Nun kommt das nächste Kuriose: Bei den beiden Belegen aus Berlin 53 befinden sich inliegend noch jeweils ein Einlieferungsschein, auf dem zwar ein Tagesstempel abgeschlagen wurde, aber auch wiederum kein Empfänger vermerkt ist.

171b.jpg
171c.jpg



Ausserdem fehlt hier jeweils die Einschreib-Nummer vom Einschreib-Zettel. Und der Einschreib-Zettel hat noch nicht einmal eine Beschriftung der Poststelle, er trägt nur die laufende Nummer.

Beitrag Mo 2. Jul 2018, 21:47

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Der Beleg mit dem 4-er-Streifen dagegen hat auf dem Einschreib-Zettel neben der Nummer die Postamtsbezeichnung. Hierin lag allerdings kein Einlieferungsbeleg.


Was hat der „Macher“ dieser Belege im Schilde gehabt? Wollte er Sendungen „türken“? Jedenfalls hat er sich bei den beiden 5-er-Streifen vertan, das Porto für Einschreiben-Standartbrief betrug zu der Zeit 2,-- DM, die verklebten 2,50 DM hätten für einen Eilbrief gepasst. Alles schon ein wenig merkwürdig.

Fazit: Wenn Euch solche Belege für „teuer Geld“ angeboten werden, lieber die Finger davon lassen. Ich habe sie in einer 40-ct-Grabbelkiste gefunden und natürlich gerne mitgenommen. Aber nicht wegen der Kuriosität der fehlenden Anschriften oder der eventuellen Schummelabsicht des Erstellers. Nein, bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass es sich um Rollenmarken handelt und auf jedem Streifen eine rückseitige Nummer vorhanden ist! Und nun das für mich Besondere daran: Findet mal einen solchen Rollenmarkenstreifen mit einer solchen Postamtsentwertung! Normalerweise wurden die Streifen seinerzeit „Klischee-gestempelt“ „Berlin ZPF“ von der Versandstelle abgegeben, eine Abbildung dieser Entwertung ist gleich im ersten Beitrag in diesem Thread zu sehen. Es hat sich kaum ein Sammler die Mühe gemacht, diese Stücke am Schalter stempeln zu lassen.


Beste Grüsse

Bernd

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