Foren-Übersicht Basiswissen über Briefmarken Augen auf bei Tausch und Kauf!!!

Augen auf bei Tausch und Kauf!!!

Hier sollen grundlegende Informationen zu philatelistischen Fachbegriffen sowie interessante Aspekte der Philatelie dargestellt werden.

Moderator: Rüdiger


Beitrag Do 26. Jul 2018, 21:56

Beiträge: 2799
Wohnort: Lübeck
Die zweite Auffälligkeit ist die Bogenzählnummer. Hier habe ich ein schönes Stück der Burgen und Schlösser 20 Pf, welches den Abklatsch und die richtige Bogenzählnummer nebeneinander zeigt. Die linken 5 Ziffern sind der Abklatsch, die rechten der richtige Bogenzähler:

191a.jpg



Dazu ist zu sagen, dass der Bogenzähler normalerweise immer in „satter“ schwarzer Farbe gedruckt wird, graue oder „hellschwarze“ sind immer Abklatsche. Ausnahmen sind natürlich die SWK mit zum Teil farbigen Bogenzählnummern, die Heuss Lumogen (rote Nummern), die 40 Pf Bedeutende Deutsche y in Teilauflage mit roter Nummer und einige wenige Sondermarkenausgaben mit beabsichtigt farbig gedruckten Bogenzählnummen.

Beitrag Do 26. Jul 2018, 21:57

Beiträge: 2799
Wohnort: Lübeck
Hier noch einmal markiert der Abklatsch:

191a1.jpg


Dabei fällt auch auf, dass die Zahlen nicht übereinstimmen! Die letzte Ziffer ist links eine 1 und rechts eine 2.

191a2.jpg

Beitrag Do 26. Jul 2018, 21:57

Beiträge: 2799
Wohnort: Lübeck
Die Abklatsche (der Druckerzeichen, Steuerstriche und Bogenzähler) sind entstanden, weil die Papierbahn durch eine Walze lief, die von oben auf das Papier am Bogenrand gedrückt hat und somit die anhaftende Farbe vom vorherigen Bogen auf dem folgenden Bogen aufgetragen hat. Wir finden solche Erscheinungen auch nur am Bogenrand, niemals auf den Marken selber, da diese ja „sauber“ zum Verkauf gelangen sollten.


Beste Grüße

Bernd


Beiträge: 7659
Hier ein schönes Beispiel dafür, dass man auch bei Auktionen hin und wieder ein hübsches Schnäppchen machen kann!

Dieser Beleg tauchte aktuell in einer Gebotsauktion auf, beschrieben als "1951, X-10 Pfg. Posthorn mit weiterer 10 Pfg. auf Brief von Kressborn 1.6.52 nach Memmingen, Zusammendruck Heftchenzähnung":

IMG.jpg
Der Zusammendruck "MiNr. W 1" besteht aus einem Andreaskreuz sowie einem 10 Pf Wert Posthorn und wertet auf Brief laut MICHEL Spezialkatalog 90 MICHEL-€.

Im Hinblick auf den bei dem hier verklebten Stück noch anhängenden Bogenrand habe ich für dieses Exemplar 22 € geboten und es für 35 € inklusive Aufgeld und Porto erhalten, was mir bei dem MICHEL-Wert von 90 € für ein solches, selten zu findendes Ausnahmestück "aus dem Bedarf" angemessen erschien!

Hier eine Vergrößerung des Zusammendrucks:

IMG_0001.jpg
Man erkennt das Loch, welches die Heftklammer im Bogenrand hinterlassen hat. Somit stammt dieses Stück "leider" nicht aus dem MHB, was ich insgeheim gehofft und was es für BerndHL zum Objekt der Begierde gemacht hätte, sondern "nur" aus dem Heftchenblatt 1.

Was Einlieferer sowie Auktionator aber übersehen haben ist der Plattenfehler "linker unterer Schenkel des Andreaskreuzes außen eingekerbt", für den der MICHEL-Spezial immerhin einen Aufschlag von 10 % auf den Preis des Zusammendrucks gewährt.

Somit stammt der auf diesem Brief verklebte Zusammendruck eindeutig aus der linken unteren Ecke eines zu Markenheftchenblättern verarbeiteten MHB 1.1 und kann perfekt in Kombination mit einer linken unteren Ecke aus dem MHB 1.1 gezeigt werden, sofern man denn eine solche am Markt "erwischen" kann.

Liebe Grüße
Rüdiger

Beitrag Mo 22. Okt 2018, 21:38

Beiträge: 2799
Wohnort: Lübeck
Hallo Rüdiger,

da hast Du ein schönes Stück erwischt! Aber gräme Dich nicht, weil es „nur“ aus dem Heftchen stammt. Es ist trotzdem ein schönes Stück, gerade weil der linke Rand noch dran hängt! Der wurde auch gerne immer abgetrennt. Solche Stücke werden auch immer gerne noch für die Strichelleistenforschung herangezogen. Auf diese Weise wurde sogar eine Auflage ermittelt, die komplett nur für die Heftchenherstellung aufgebraucht und nicht als MHB verkauft wurde. Ich selber würde allein aus dem Grund auch immer die kleineren Randstücke aus Heftchen aller Art (lose, auf Beleg oder Briefausschnitt) nehmen, wenn ich sie kriegen kann. Die sieht man doch noch mal eher als die Ränder aus MHB.

Kleine Notiz am Rande zum letzten Absatz: Ich konnte vor einiger Zeit eine solche linke untere Ecke aus dem MHB auf dem Markt finden und auch erwerben. Da ist zwar leider der Stempel über dem Fehler, aber damit kann eine linke untere Bogenecke einmal komplett gezeigt werden:

292.jpg


Beste Grüsse

Bernd

Beitrag Di 13. Nov 2018, 13:05

Beiträge: 22470
Wohnort: Trier
Dieser Brief vom Ersttag ist mit einer Marke zu 100Pf und einer Marke zu 20Pf frankiert. Auf dem Brief ist der Vermerk "eigenhändige Zustellung" vermerkt. Damit soll eine portogerechte Frankatur vorgetäuscht werden. Die Eigenhändige Zustellung kostete als Sonderleistung 80Pf, was zusammen mit dem am 5.7.1972 gültigen Briefporto bis 20g von 40Pf die verklebten 120Pf ergibt. Aber: Diese Zusatzleistung war nur bei Einschreiben, Wertsendung oder Paketen möglich.

20181113.jpg

Vorherige

Zurück zu Basiswissen über Briefmarken

cron