Foren-Übersicht Themen des Monats 2017 Thema des Monats Juni 2017 - Martin Luther und die Reformation 95 Thesen - Die Reformation beginnt Marburger Religionsgespräch

Marburger Religionsgespräch

Martin Luthers 95 Thesen – im lateinischen Original Disputatio pro declaratione virtutis indulgentiarum, in frühen deutschen Drucken Propositiones wider das Ablas –, in denen er gegen Missbräuche beim Ablass und besonders gegen den geschäftsmäßigen Handel mit Ablassbriefen auftrat, wurden am 31. Oktober 1517 als Beifügung an einen Brief an den Erzbischof von Mainz und Magdeburg, Albrecht von Brandenburg, erstmals in Umlauf gebracht. Da eine Stellungnahme Albrechts von Brandenburg ausblieb, gab Luther die Thesen an einige Bekannte weiter, darunter Wilhelm und Konrad Nesen, die sie kurze Zeit später ohne sein Wissen veröffentlichten und damit zum Gegenstand einer öffentlichen Diskussion im gesamten Reich machten.
Die Historizität des Thesenanschlags, bei dem Luther seine 95 Thesen am 31. Oktober 1517 eigenhändig an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg genagelt haben soll, ist umstritten.

Moderator: Rüdiger


Beitrag Mi 12. Jul 2017, 11:43

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Wohnort: Trier
Das Marburger Religionsgespräch war ein Teil der theologischen Auseinandersetzung zwischen dem lutherischen und reformierten Zweig der Reformation. Es fand vom 1. bis 4. Oktober 1529 auf Einladung des Landgrafen Philipp des Großmütigen auf dem Marburger Schloss statt. Da auf dem Reichstag zu Speyer 1529 erneut das Wormser Edikt bestätigt worden war, versuchte Philipp von Hessen die Sache der Reformation zu stärken, indem er beide Zweige der Reformation für eine gemeinsame Linie gegen die Altgläubigen und die Habsburger gewinnen wollte. Das aber war nur möglich, wenn sie sich in grundlegenden theologischen Fragen einigten. Insbesondere um die Bedeutung des Abendmahls gab es seit spätestens 1527 einen heftigen Streit zwischen Martin Luther und Ulrich Zwingli, der von Seiten Luthers als kirchentrennend angesehen wurde (Abendmahlsstreit). Das Gespräch sollte diesen Streit beilegen.
Die beiden Parteien sahen keine Möglichkeit, sich zu einigen. Sie gingen im Dissens auseinander und hofften auf gegenseitiges Verständnis und die Hilfe Gottes für das richtige Verständnis des Abendmahls. Der Legende nach soll Luther, als das Scheitern der Gespräche fest stand, mit einem Messer das Tischtuch zwischen sich und Zwingli zerschnitten haben. Das Religionsgespräch gilt als der Zeitpunkt, seit dem die lutherische und die schweizerische (reformierte) Reformation endgültig getrennt sind.

In diesem Sonderstempel aus Marburg vom 8.7.2017 wird der Tagungsort, das Landgrafenschloss Marburg, im Stempelbild gezeigt.

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Beitrag So 9. Jun 2019, 17:51

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Wohnort: Trier
Es folgt ein weiterer Sonderstempel vom 2.5.2019 aus Marburg zum Marburger Religionsgespräch. Im Stempelbild wird erneut das Marburger Schloss gezeigt. Der Stempel wurde am Ersttag der Marke "Huldrych Zwingli – 500 Jahre Zürcher und oberdeutsche Reformation" (MiNr 3464) eingesetzt.

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