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Brustschildmarken sammeln ohne dickes Portemonnaie

Moderator: Rüdiger



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Dieser Brief wurde am 21.11.1874 in Wiesbaden aufgegeben mit der Angabe "Nachnahme 2 Thaler 21 Silbergroschen 5 Pfennige":

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Der Buchdrucker Bechtold erhielt diesen Betrag bei der Aufgabe dieses Briefes als Postvorschuss ausgezahlt, was er per Unterschrift quittierte.

Dieser Betrag wurde in Blaustift auf dem Bruchstrich vermerkt als "81 5/12" (Groschen).

Unter dem Bruchstrich wurde als Porto vermerkt "4 1/2" (Groschen). Diese setzen sich zusammen aus 2 Groschen Beförderungsgebühr für einen Wertbrief bis 10 Meilen plus 1/2 Groschen Postvorschußgebühr je angefangenem Thaler, hier 1 1/2 Groschen. Hinzu kam eine Gebühr in Höhe von 1 Groschen dafür, dass dieser Brief unfrankiert aufgegeben wurde.

Dieses Exemplar gab es für 22,06 € in einem Lot mit drei weiteren Auslagenbriefen:

https://www.ebay.de/itm/DR-Wiesbaden-4- ... 2749.l2649

Liebe Grüße
Rüdiger

Beitrag Fr 3. Aug 2018, 21:43

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Als Beifang zu Sammelstück 406 war in dem gestern vorgestellten Lot ein weiterer Beleg, der zeitlich in diese Sammlung paßt.

Auslagenbrief, am 24.10.1875 in WIESBADEN aufgegeben gegen Erhalt eines Betrages von "5 Mark 26 Pfennige":

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Der von der Post ausgelegte Betrag von "526" (Pfennigen) wurde wie üblich in Blaustift auf dem Bruchstrich ausgewiesen. Als Porto wurde unter dem Bruchstrich vermerkt "45" (Pfennige). Dieses Porto setzt sich zusammen aus der seit dem 01.01.1875 geltenden Beförderungsgebühr für eine solche Postvorschusssendung bis 10 Meilen in Höhe von 20 Pfennigen plus einer Postvorschussgebühr in Höhe von 2 Pfennigen je angefangener Mark Postvorschussbetrag, in diesem Falle ergeben sich 12 Pfennige, die zum nächsten durch 5 teilbaren Betrag, also auf 15 Pfennige, "nach oben abgerundet" wurden, plus einem Zuschlag von 10 Pfennigen dafür, dass diese Sendung unfrankiert aufgegeben wurde.

Liebe Grüße
Rüdiger


Beiträge: 7571
Dieser nach Padingbüttel Amt Dorum adressierte Brief wurde am 18.02.1872 gegen 1 Taler 20 Groschen Postvorschuss in DUINGEN aufgegeben:

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Der Postvorschussbetrag wurde in Blaustift auf dem Bruchstrich ausgewiesen als "Pro 50". Unter dem Bruchstrich wurde als Porto vermerkt "5" (Groschen). Dieses Porto setzt sich zusammen aus der Postvorschussgebühr in Höhe von 1/2 Groschen je angefangenem Taler, hier 1 Groschen, plus der Beförderungsgebühr für einen Wertbrief, hier 4 Groschen für eine Entfernung von 25 bis 50 Meilen.

Als Hinweisstempel wurde ein Stempel "Auslagen." abgeschlagen in violetter Farbe wie zur Zeit des Norddeutschen Postbezirks üblich.

Dieses Exemplar kostete 17,80 € inklusive Porto:

https://www.ebay.de/itm/Deutsches-Reich ... 2749.l2649

Liebe Grüße
Rüdiger


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MiNr. 3 III entwertet per K1 HADERSLEBEN am 08.01.1872:

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Diese Marke stammt von Feld 104 und trägt den Plattenfehler III "Farbstrich vom Außenkreis zum "H" in "DEUTSCHE". Die Entwertung erfolgte am 08.01.1872 und somit im ersten Gültigkeitsmonat.

Die Marke wurde fachmännisch repariert, indem ein Loch rechts über der Monatsangabe "1" im Stempel geschlossen wurde, was man bei der rückseitigen Ansicht der Marke sofort erkennt (auf diese Weise sollten solche notwendigen Reparaturen durchgeführt werden, um ein so schönes Stück der philatelistischen Nachwelt zu erhalten)!

Dieses Exemplar kostete 19 € inklusive Porto, wobei der Anbieter wohl weder den Plattenfehler noch die Reparatur erkannt haben dürfte!???:

https://www.ebay.de/itm/BRUSTSCHILD-Nr- ... 2749.l2649

Liebe Grüße
Rüdiger


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Hier ein unterfrankierter Brief, adressiert nach Blumenau, frankiert als Brief bis 15 Gramm per Einzelfrankatur der MiNr. 4, aufgegeben am 04.01.1872 in Breslau:

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Da dieser Brief mehr als 15 Gramm wog galt statt des verklebten 1 Groschen ein Porto in Höhe von 2 Groschen. Das Doppelte des Fehlportos von 1 Groschen wurde in Blaustift als "2" Groschen als beim Empfänger einzuziehende Gebühr ausgewiesen.

Dieser posthistorisch interessante Brief mit einer Frühverwendung der MiNr. 4 kostete 11,80 € inklusive Porto:

https://www.ebay.de/itm/DR-4-Breslau-4- ... 2749.l2649

Liebe Grüße
Rüdiger


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Hier eine MiNr. 4 FZL r6, die am 15.08.1872 per Kreisstempel "LEIPZIG" entwertet wurde:

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Dieses Exemplar kostete 2,90 € inklusive Porto, denn der Anbieter hatte das fehlende Zähnungsloch übersehen:

https://www.ebay.de/itm/Deutsches-Reich ... 2749.l2649

Liebe Grüße
Rüdiger


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Hier eine nach unten dezentrierte MiNr. 25 mit nach links verschobener Prägung, die am 05.12.1873 per K1 "OFFENBACH A / M. N 3" entwertet wurde:

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Dieses Exemplar kostete 2,95 € inklusive Porto:

https://www.ebay.de/itm/Deutsches-Reich ... 2749.l2649

Liebe Grüße
Rüdiger


Beiträge: 7571
Dieses Telegramm kam in Greven am 25.11.1919 an und wurde, wie in solchen Fällen üblich, mit einer "Verschlußmarke" verschlossen, bevor es dem Empfänger zugestellt wurde:

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Interessant an diesem Exemplar ist, dass diese Verschlußmarke als Weiterverwendung nach 1918 gebraucht wurde, wobei das ursprünglich links oben stehende Wort "Kaiserl." aus der Verschlußmarke entfernt wurde.

Dieses Exemplar habe ich heute in einer meiner zahlreichen Kisten mit Bedarfsbelegen gefunden. Den aktuellen Marktwert schätze ich auf etwa 10 €.

Liebe Grüße
Rüdiger


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Hier eine MiNr. 4 auf Briefstück, als Frühverwendung am 06.01.1872, also im ersten Gültigkeitsmonat, entwertet per nachverwendetem NDP-Kreisstempel "WEHLAU", Feuser NDP 1013:

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Dieses Exemplar kostete 3,99 € inklusive Porto, wobei der Anbieter die Frühverwendung augenscheinlich übersehen hat:

https://www.ebay.de/itm/Brustschild-Mi- ... 2749.l2649

Liebe Grüße
Rüdiger


Beiträge: 7571
Hier ein Beispiel für "Briefmarkensprache", erhalten als Briefstück mit MiNr. 19 + 20:

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Das Stück wurde geprüft "KRUG BPP", der sein Prüfzeichen der Markenanordnung entsprechend gemäß Prüfordnung diagonal setzen mußte! So entstanden zwangsläufig "Prüfzeichen in Briefmarkensprache":

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Bei diesem Exemplar handelt es sich um eins der frühesten bekannten Beispiele für Postwertzeichen, die entsprechend der unter Verliebten damals üblichen "Briefmarkensprache" verklebt wurden, siehe:

https://de.wikipedia.org/wiki/Briefmarkensprache

Ich glaube, dieses Exemplar hat in Wirklichkeit überhaupt nichts mit dem Thema "Briefmarkensprache" zu tun, sondern es ist zufällig entstanden, indem man einen Schriftzug mit den verklebten Postwertzeichen soweit wie möglich verdecken wollte.

Dieses Exemplar kostete 7,99 € inklusive Porto:

https://www.ebay.de/itm/Brustschild-Mi- ... 2749.l2649

Liebe Grüße
Rüdiger

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